Vereinschronik

Die Zeit von 1927 bis 1952

Im Sommer des Jahres 1927 trafen sich zahlreiche Hemsbacher, z. T. noch Kriegsteilnehmer bei berittenen oder bespannten Truppen des 1. Weltkriegs, denen daran lag, das in der Landwirtschaft genutzte Pferd auch als Reitpferd zu verwenden. Sie berieten, den Reit- und Pferdesport durch Gründung eines Vereins zu fördern.

Am 23.07.1927 fand die ordentliche Gründungsversammlung statt. Bei der Gründung und in den folgenden Wochen des Jahres 1927 traten insgesamt 53 Mitglieder bei. Rechtsorganisatorisch bildeten die Vereine Weinheim, Leutershausen und Hemsbach zusammen den eingetragenen Verein Bergstraße.

Die Vereinsmitglieder ritten ohne entsprechende Erlaubnis auf Gemeindewiesen, wofür anstelle einer Strafe, eine Spende von 20 RM für den anstehenden Kriegerdenkmalbau entrichtet werden musste.

Im Gründungsjahr betrug der Jahresbeitrag 3 RM.

1928 erhielt der Verein einen Reitplatz, indem pachtweise von der Gemeinde 3 ar Wiesen zum Jahrespachtzins von 20 RM zur Verfügung gestellt wurden.

1927 und 1928 wurden Turniere abgehalten (abweichend von den heutigen Turnierprogrammen gab es Trabreiten, Galoppreiten (Flachrennen), Hürdenspringen (Jagdspringen), Eignungsprüfung (Dressur) für gediente und ungediente Reiter, Trabfahren.

Nach 1933 wurde der Reitverein leider, wie andere Sportgruppen auch, als politische Organisation entsprechend den damaligen Zeitverhältnissen, eingegliedert.

Wenn auch die Zeit des freien Vereins mit schmuckem Reitrock und Reitkappe dadurch unterbrochen war, so wurde doch weiterhin „vorwärts“ geritten, nach den nicht politisierten Regeln der alten, klassischen Reitkunst.

 

Entwicklung 1952 bis 1967

Wenige Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges scharte der damalige Vorstand Heinz  Förster, wieder alte und neue Reiterfreunde im Verein zusammen.

Bei zahlreichen Turnieren in Hemsbach und der Teilnahme an auswärtigen Wettkämpfen in den 50er und 60er Jahren hatte der Verein glänzende Erfolge. Zahlreiche Pokale, Plaketten, Schleifen und Urkunden zeugen für die Erfolge aus dieser Zeit.

In den 60er Jahren hatte der Vorstand verdienstvoll mitgewirkt, um in einer Zeit, da das Landwirtschaftspferd als Reitpferd fast wegfiel, den Gedanken des Reitsports in Hemsbach weiterzupflegen.

Etwa während der letzten 10 Jahre bis 1967 gehörten die Reiter organisatorisch als Abteilung zur Sportgemeinde Hemsbach, die einen Reitplatz zur Verfügung stellte und bei Turnieren selbstlos mit der größeren Organisation Hilfestellung bei der Durchführung leistete.

Die strukturelle Umstellung in der Landwirtschaft – weg vom Pferd, hin zum Traktor – brachte dem Verein in diesen Jahren einen erheblichen Rückgang. Erst die Umstellung vom Landwirtschaftspferd zum Sportpferd und dem starken Nachrücken anderer, nicht landwirtschaftlicher Bevölkerungskreise sollte später neuen Aufschwung bringen.

 

Aufschwung 1967 bis 1977 (50 Jahre)

Als Beginn neuen Aufschwungs organisierten Anfang 1967 alte und neue Reiter – wiederum Aktive und Passive – den Verein neu, als eingetragenen „Reit- und Fahrverein Hemsbach e.V.“. Als Vorstandschaft des Vereins wurden gewählt:

Dr. Erich Wandrey (1. Vorsitzender), Hans-Joachim Braun, Richard Weißenborn und Wolfgang Brüninghaus.

In der Zeit von 1967 bis 1977 entwickelte sich der Verein vom kleinsten Rahmen fast ohne Pferde, zu einem modernen mittelgroßen Verein mit über 300 Mitgliedern. Dazu wurden in den 10 Jahren die sachlichen Voraussetzungen geschaffen:

  • Reitanlage mit Halle und Freigelände,

  • Vereinsstallung und Reiterstübchen als Versammlungs- und Unterrichtsraum,

  • 6 vereinseigene Pferde, sowie zahlreiche Übungseinrichtungen und Gerätschaften.

Dies war den beachtlichen Eigenleistungen, der finanziellen Unterstützung des Badischen Sportbundes und zahlreicher Spender, sowie der Unterstützung des Bürgermeisters Hans Michel und der Gemeinde Hemsbach zu verdanken.

Der Pferdesport mit ständigem Übungsbetrieb im Reiten und Voltigieren (Reitlehrer Hans Münch von 1967 – 1977) und letztens auch Gespannfahren hat nach Umfang und Intensität einen großen Aufschwung genommen.

Leistungssportler in Dressur und Springen, sowie im Voltigieren sind vorhanden. Aus der erfolgreichen Teilnahme an höheren Leistungsprüfungen auf Turnieren der letzten Jahre sind bekannt geworden: Amei und Wolfgang Brüninghaus, Karl Glenz, Petra Puchalka und Ulrike Wandrey.

Auch die Leistungsklassen der Voltigierjugend mit Frau Rose Schmiedel als Ausbildungsleiterin haben zahlreiche Kreismeisterschaften errungen.

 

1977 bis 2002 (75 Jahre)

Ab 1977 fiel dem neuen Reitlehrer Manfred Bräuer die Aufgabe zu, zeitgemäß im Stil, aber unverändert nach den alten Regeln der klassischen Reitkunst, die Reiter weiter vorwärts zu bringen.

 

2002 bis heute

...